AUF DEN SPUREN DER VERGANGENHEIT

Die Behandlung des Themas beruht auf Bildbeschreibungen, einer Dorfbegehungen und dem Besuch der Thillenvogtei in Wahl.

 

 

Wasser

Früher gab es keine Wasserleitungen, keinen Wasserhahn, kein Badezimmer im Haus. Die Menschen holten sich das Wasser am Brunnen.

 

Strom

Vor der Einführung des Stromnetzes waren die Menschen auf das Licht der Öllampen, der Petroleumlampen und der Kerzen angewiesen. Die Menschen nutzten das Tageslicht für ihre Arbeiten. Sie standen früh auf und gingen früh zu Bett. Sie arbeiten am Fenster um den Lichteinfall zu nutzen. Es gab keinen Elektroherd, keinen Vollwaschautomaten, keine Spülmaschine, keinen Wäschetrockner, keine Elektrokaffeemaschine mit eingebauter Kaffeemühle, kein Radio, keinen Fernseher.

Stattdessen wurde mit Holz oder mit Briketts im Herd gefeuert.

Die Frauen haben die Wäsche erst am Bach oder am Waschbrunnen und erst später in der eigenen Waschküche in einem Trog gewaschen. Die Wäsche wurde auf der Wäscheleine an der frischen Luft getrocknet und auf de Wiese gebleicht..

Der Kaffee wurde per Hand gemahlen.

 

Großfamilie

Früher war die Großmutter oft für die Arbeit im Haushalt zuständig: Sie hat gekocht, Brot gebacken, geputzt und beim Waschen geholfen; sie hat die Betten gemacht und hat mitgeholfen die Kinder zu erziehen.

Die Mutter hat auf dem Bauernhof und im Haushalt gearbeitet. Sie hat die Hühner und Kaninchen gefüttert; Holz gehackt für den Ofen, die Kühe gemolken, die Milch zu Butter im " Rompfaass" verarbeirtet.

In einem Haus lebte oft eine Großfamilie: Vater, Mutter, die Großeltern, mehrere Onkel und Kinder. Es gab nur wenig Maschinen. Deshalb brauchte man viele Hände, um die Arbeiten zu erledigen.

 

Selbstversorgung

Heute kauft man im Supermarkt ein. Die Menschen sind mobil: Sie fahren mit ihren Autos auf die "grüne Wiese" (= Supermarkt mit gratis Parkplätzen außerhalb der Stadt).

Früher verließen die Menschen ihr Dorf nur selten. Die Menschen waren Selbstversorger, das heißt: sie verbrauchten das, was sie selber herstellten. Fast jedes Dorf hatte einen Bäcker mit Krämerladen (=épicerie), einen Metzger, einen Schuster, einen Schmied, einen Schneider, einen Milchmann. Der Bäcker lieferte das Brot ins Haus, weil die Bauern tagsüber keine Zeit fanden Brot einzukaufen. Früher walkte der Bäcker den Teig mit der Kraft seiner Arme. Heute wird ihm diese schwere Arbeit von einer Knetmaschine erleichtert.

 

Der Dorfschmied

Bevor es Traktoren gab, haben die Ardenner Pferde viele Arbeiten für den Landwirt erledigt. Die Pferde haben die Egge, den Pflug, den Heuwender, den Heurechen, den Leiterwagen, den "Teimer", die Sämaschine, die Mähmaschine, ..., gezogen.

Der Bauer musste seine Pferde und die anderen Nutztiere pflegen: Er musste ihr Futter selber produzieren; er musste sie tränken; er musste den Stall ausmisten; er musste die Hufe der Pferde pflegen ...

Der Dorfschmied stellte die Hufeisen und die Nägel in der Esse (=Feuerstelle) her. Er formte sie mit Hammerschlägen auf dem Amboss. Das Pferd wurde in eine Box geführt, um es ruhig zu stellen. Dort wurde es beschlagen. Der Dorfschmied stellete aber auch viele Geräte her oder reparierte sie.

 

Früher wurden die Speichen und Felgen der Wagenräder aus Holz gefertigt. Der Schmied brachte einen Verstärkungsring aus Eisen an, um zu verhindern, dass die Räder brachen. So verstärkte er auch das Achsenloch in der Mitte des Rades.

 


Wie früher gewaschen wurde

Der Waschvorgang bestand aus acht Abschnitten:

1. Die Wäsche wurde sortiert (gesënnert):
die Weiß- und Buntwäsche wurden getrennt;
die stark beschmutzte Arbeitskleidung wurde getrennt von der weniger verschmutzten Wäsche;
die Feinwäsche wurde von den groben Stoffen getrennt.

2. Die Wäsche wurde eingeweicht (ageweecht):
Sie wurde über Nacht in einer Lauge (Seefewaasser) eingewicht, so dass der Schmutz sich löste.

3. Die Wäsche wurde gekocht (bauchen):
Die Wäsche wurde in einem Zuber (Bauchbidden) aufgestapelt, die schmutzigste zuunterst, und von Hand mit heißem Wasser überschüttet: Heißes Wasser löst die Fettflecken! Für diese Arbeit brauchten die Wäscherinnen 12 bis 15 Stunden. Es wurde zweimal im Jahr "gebaucht". Das "Bauchen" konnten sich nur reiche Bauern leisten, da sie über genug Kleidungsstücke und über genug Platz verfügten, um die Wäsche aufzubewahren. Kleinere Familien haben diese Etappe übersprungen.

4. Die Wäsche wurde am Waschbrunnen nachgewaschen:
Das Nachwaschen und das Spülen der Wäsche erforderten besonders viel Wasser, die der Hausbrunnnen nicht liefern konnte. Aus diesem Grund wurde diese Arbeit am Bach oder eben am Waschbrunnen erledigt. (Bild : Waschbrunnen in Aspelt, gespeistvon einer Quelle und an einem Bach gelegen)


Die gebauchte Wäsche wurde in Körbe gelegt und auf einem einrädrigen Karren ("Bayar") zum Bach gefahren. Der Karren war nicht nur notwendig zur Aufnahme der Wäsche, sondern auch zum Transport der Waschgeräte: "Wäschkëscht, Wäschbried, Biischt, Bleil, Seef,..."


An der Waschstelle angekommen, knieten sich die Wäscherinnen in ihre Waschkiste, nahmen die Wäsche aus den Körben, breiteten sie im Bach oder im Waschbrunnen im unteren Becken aus und drückten sie mit den mitgebrachten Stöcken unter Wasser, damit kein Teil herausragte. Hierbei halfen häufig die Kinder, die die Mutter begleiteten.
Stark verschmutzte Wäsche wurde jetzt eingeseift und auf dem Waschbrett gerieben oder auf der Steinunterlage mit dem Bleuel ausgeklopft. Weniger verschmutzte Wäsche wurde, dort wo es nötig war, mit der Bürste nachgewaschen.
Dieser Vorgang wurde so oft wiederholt, bis die Wäscherin mit ihrer Arbeit zufrieden war.

5. Die Wäsche wurde im oberen Becken gespült.Das Spülen lief genauso ablief wie vorher das Waschen, bloß dass jetzt nur noch das Wasser aus der Wäsche geklopft werden musste. Erst das letzte Spülen wurde im oberen Becken des Waschbrunnens vorgenommen, um das Wasser nicht zu sehr zu verschmutzen.

6. Die Weißwäsche wurde mit Waschblau gebläut (bléien), das heißt : der Gelbstich ( gelbliche Farbe) wurde aus dem Stoff entfernt.

7. Die Wäsche wurde entwässert :
Nachdem die Wäsche ordentlich ausgewrungen worden war, wurde sie entweder in die Körbe gepackt und zum Trocknen nach Hause gefahren. Das Auswringen geschah entweder per Hand oder mit der Wäschepresse (= zwei Rollen, zwischen denen die Wäsche ausgewrungen wird )

7. Die Weißwäsche wurde auf der angrenzenden Wiese zum Bleichen ausgelegt ( op d'Blääch leën).

Hierzu wurde die Wäsche ordentlich auf der Wiese ausgelegt und aus der Gießkanne mit Wasser begossen. Nach einer Weile hatte die Sonne einen Teil des Wassers verdunsten lassen, und der Bleichvorgang hörte auf. Jetzt musste nachgegossen werden, und zwar in regelmäßigen Abständen, bis der gewünschte Weißton erreicht war. Die Bleiche wird heute ersetzt durch Bleichmittel, die dem Waschmittel zugesetzt sind und bereits in der Waschmaschine wirksam werden.

 

 

Der Bauernfof und seine Einrichtungen

Wenn man alte Bauen häuser betrachtet, fallen einem Besonderheiten aus vergangener Zeit auf.

Die meisten Bauern häuser hatten einen (gewölbten)Keller unter dem Haus. Dort wurden vor allem Kartoffeln aber auch eingemachte Esswaren eingelagert. Der kühle Keller hielt die Esswaren frisch. Die Menschen waren Selbstversorger und Tiefkühltruhen gab es nicht, weil es keinen Strom gab.

 

Vor manchen Bauernhäusern gab es einen sogenannten "Noutstall", in dem der Bauer die Pferde aber auch Rinder ruhiggestelle konnte, um die Hufe der Tiere zu pflegen, um die Pferde zum Beispiel zu beschlagen. /Selbstversorger)

 

Der Türklopfer stammt aus einer Zeit, als es noch keie Elektrizität gab. Neben dem Türklopfer gab es auch noch die Hausglocke oder die Türklingel, die man durch Drehen an einem Drehflügel zum Schellen brachte.

 

Früher gab es keine Rollläden. Damit die Klappläden nicht im Wind gegen die Mauer schlugen, wurden sie vom "Männchen" zurückgehalten.

 

 

Zwei Steine am Fuß des Scheunentores schützten die Randsteine vor Beschädigung durch die Heuwagen.

Öffnungen in der Fassade sorgten für ausreichend Lüftung in der Scheune.

 

 

Mit einem Auzug wurden die gefüllten Getreidesäcke auf den Speicher gehievt. Auf dem Speicherboden wurde das Getreide zum Trocknen ausgebreitet. (Eigenversorger)

 

 

Zu größeren Betrieben gehörte eine Milchstube in der die Milch kühé gelagert und auch Käse hergestellt wurde. Die meisten Bauern brachten ihre Milchkannen zur "Kréibänk", von wo sie abgeholt und zur Dorfmolkerei gebracht wurde.

 

Nachdem das Getreide eingescheurt war, wurde es in den Wintermonaten gedroschen. Vor dem Erscheinen der Dreschmaschinen wurde die Spreu vom Weizengetrennt, indem man mit einem Flegel auf die Ähren eindrosch.

 

Handbtriebene Dreschmaschine.

 

 

Dreschmaschine aus Holz, die von einem Elektomotor angetrieben wird.

 

 

Das Getreide wird mit einem Handsieb gesiebt.

 

 

Heubläser in der Scheune und in zerlegtem Zustand. Mit ihm wurde das Heu von der Tenne auf den Schober geblasen.

 

 

In der Schrotmühle wurden die Runkelrüben gehäckselt. Sie dienten als Tierfutter.

 

 

Mit dem Mistkrahn wurden die Misthaufen abgetragen. Die Karren , "Teimer", wurden beladen und der Mist wurde als Dünger auf den Feldern untergegraben.

 

Haushaltsgeräte: Die handbetriebene Kaffeemühle, die Petroleumlampe, das Stoßbutterfass sind Geräte aus einer Zeit, in der es keine Elektrizität gab.